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Gemeinden

In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden, die zur Pfarrei Hl. Edith Stein Schifferstadt gehören.

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Arbeitskreis Mission-Entwicklung-Frieden - AK MEF

Der AK MEF wurde 1984 als Arbeitskreis des damaligen Pfarrgemeinderates St. Jakobus gegründet, in dem sich seit einigen Jahren Interessierte aus allen Gemeinden engagieren. Seit Beginn pflegt der AK MEF durch Spenden finanziell und durch Informationen ideell die Kontakte zu Partnern in der sogenannten "Dritten" Welt.

Nach zeitweiliger Unterstützung verschiedener Projekte in Asien, Südamerika und Afrika konzentriert sich die "Hilfe zur Selbsthilfe" seit mehreren Jahren auf Cajamarca in Peru. Unser Peru Projekt entwickelte sich dank kontinuierlicher Kontakte zu Pfarrer i.R. Alois Eichenlaub, der in den 1950er Jahren unter anderem Kaplan in St. Jakobus war, ehe er sich für die Seelsorge in Übersee entschloss. Mit seinem Engagement entstanden in der Königsstadt Perus, in Cajamarca, unter anderem eine Druckerei, die Medienwerkstatt Sonoviso und die Schule für arbeitende Kinder Escuela Jesus Trabajador, die der Organisation MANTHOC angehört.

Aktuell April 2020: Ausnahmesituation in Cajamarca

Förderverein MANTHOC Cajamarca e.V. informiert im aktuelle Rundbrief

Liebe Mitglieder, liebe Interessierte,

wir hoffen, Sie sind gesund und es geht Ihnen gut!

In diesem Runbrief möchten wir Ihnen vor allem von der aktuellen Situation in Cajamarca berichten. Durch den aktuellen Ausnahmezustand und ein fehlendes Sozialsystem sind viele Familien der MANTHOC-Kinder zur Zeit finanziell nicht dazu in der Lage, Lebensmittel für den täglichen Bedarf zu kaufen. Wir sind uns bewusst, dass die aktuelle Situation auch für viele Menschen in Deutschland schwierig ist. Trotzdem möchten wir Sie bitten, uns bei der Verteilung von Lebensmittelpaketen zu unterstützen. Jede kleinste Spende kommt in Cajamarca an und hilft den Familien vor Ort. Genauere Informationen zu der aktuellen Situation in Cajamarca und unserem Spendenaufruf finden Sie unten.

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Bericht aus Cajamarca - Stand: 06. April 2020

Wie Deutschland und zahlreiche andere Länder befindet sich auch Peru momentan im Ausnahmezustand. Am 06. März wurde dort die erste an Covid-19 erkrankte Person bestätigt. Schon neun Tage später, am 15. März, wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Als Sofort-Maßnahme stellte die Regierung auch eine Einmalzahlung von 380 Soles (ca. 100 €) für alle Bürger*innen in Aussicht, die wegen der Ausgangssperre nicht arbeiten können. Das ist umso wichtiger, da ein großer Teil der Bevölkerung in Peru im informellen Sektor tätig ist. Das bedeutet, Fehlzeiten aufgrund von Krankheit werden nicht vergütet und eine Unfall- oder Arbeitslosenversicherung besteht nicht. Wie in anderen Ländern Lateinamerikas sind auch in Peru besonders die Ärmeren durch die Corona-Krise bedroht. Einerseits führen die prekären Arbeitsbedingungen schnell zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten, andererseits ist ein effektiver Schutz vor Infektionen wegen den z.T. unzureichenden Sanitäranlagen und beengten Wohnverhältnissen schwierig.

Die Regeln in Peru sind etwas strenger als in Deutschland, so darf man z.B. sein Privatauto nur im Notfall benutzen. Militär und Polizei kontrollieren die Einhaltung der Maßnahmen streng. Auch die Preise für Lebensmittel und Schutzausrüstung wie Mundschutz steigen sehr stark an.

In Cajamarca ist die Situation ähnlich schwierig. Zwar wissen wir derzeit von keinem Coronafall im Umfeld von MANTHOC, aber die Probleme sind dennoch vielfältig. Das Kernteam von MANTHOC hat glücklicherweise die Möglichkeit, zumindest administrative Dinge von zu Hause zu erledigen. Die eigentliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen musste jedoch aufgrund der Beschränkungen eingestellt werden. Nun leben die meisten Kinder und Jugendlichen, die normalerweise in die Gruppenstunden kommen oder die MANTHOC-Grundschule besuchen, ja sowieso schon eher am Rande der Gesellschaft. Kinder (und ihre Familien), die als fliegende Händler arbeiten oder von Hand die Wäsche für andere Menschen waschen, haben in der momentanen Situation nicht nur keine Arbeit, sondern auch nichts zu essen.

Aus Cajamarca erreichte uns der Bericht eines bei MANTHOC organisierten Jugendlichen. Seine Familie gehört zu den Familien, deren Ersparnisse bald aufgebraucht sind. Den ganzen Brief finden Sie hier:

Spendenaufruf

Lucila, die engagierte und pensionierte Lehrerin, berichtet, dass sie telefonischen Kontakt mit einigen Familien hat. Bei den ersten sei die staatliche Unterstützung schon angekommen. Sie erzählt auch, dass sie für bedürftige Familien, die in ihrer Nachbarschaft wohnen, Lebensmittel im Laden bezahlt hat, sodass die Familien sie abholen konnten. Diese solidarische Initiative von Lucila möchten wir in Absprache mit dem MANTHOC-Team gerne als Vorbild nehmen.

Lebensmittel werden von den meisten MANTHOC-Familien am dringendsten benötigt. Daher möchten wir mit Ihrer Hilfe die Verteilung von Lebensmittelpaketen unterstützen!

Wir freuen uns über jede Spende auf unser Vereinskonto:
Förderverein MANTHOC Cajamarca e.V.
BIC     GENODEF1M05 
IBAN   DE16 7509 0300 0000 0604 61
Verwendungszweck "Lebensmittel Corona"

MANTHOC wird einen Vertrag mit lokalen Lebensmittelhändlern schließen, die dann – zunächst – 50 Lebensmittelpakete für bedürftige Familien packen. MANTHOC wird in den Läden eine Liste mit den Namen der entsprechenden Familien hinterlegen. Unter Vorlage des Ausweises können die Familien die Pakete dann abholen. Falls erforderlich, wird bei den örtlichen Behörden eine Ausnahmegenehmigung für Lieferungen beantragt.
Um eine fünfköpfige Familie für etwa 7 Tage mit dem Nötigsten zu versorgen, kalkulieren wir rund 30 €. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Aktion mit Ihrer großzügigen Spende unterstützen! Sollte mehr Geld zusammenkommen als für die ersten 50 Lebensmittelpakete gebraucht wird, führen wir die Aktion natürlich fort. Je nachdem, wie lange die Einschränkungen noch andauern, sind die Familien noch eine Zeit lang auf Unterstützung angewiesen.

Da alle Schulen geschlossen sind, werden im Fernsehen seit dem 6. April Unterrichtsstunden gesendet. Einige staatliche Schulen in Cajamarca haben ihre Schüler bereits dazu aufgefordert, an diesem Programm teilzunehmen. Andere Schulen versenden Hausaufgaben per WhatsApp. Familien, die keinen Fernseh- oder Internetzugang haben, können diese Angebote jedoch nicht nutzen. Leider sind auch hier wieder diejenigen betroffen, die sowieso bereits benachteiligt sind.

Da die meisten keinen Internetanschluss haben und nur wenige ein Handy besitzen, ist es auch für das MANTHOC-Team schwierig, in diesen Tagen mit den Kindern zu kommunizieren. Alle Gruppenstunden wurden abgesagt, die Schule musste vorübergehend schließen. Auch im Haupthaus von MANTHOC hält sich derzeit nur Celi auf – verantwortlich für die Jugendherberge und damit für die dort gestrandeten Gäste sowie – bis vor Kurzem – die Freiwilligen. Kinder können dort momentan nicht empfangen werden. Jovana, die Leiterin der Gruppe in San Marcos, berichtet, dass sie mit einigen Kindern und Jugendlichen über WhatsApp kommunizieren kann. Gegen die Langeweile der Kinder, die teils in kleinen Häusern und engen Räumen mit vielen Geschwistern leben, kann sie jedoch nur bedingt etwas unternehmen. Aber der Kommunikationskanal wird genutzt, um offizielle Informationen zu verbreiten, sich auszutauschen und gegenseitig Mut zu machen.

Besonders gravierend traf die Ausgangssperre auch den Tourismus. Bei Bekanntgabe der weltweiten Reisewarnung durch das Auswärtige Amt waren die Grenzen in Peru schon dicht. Freiwillige und Touristen mussten tagelang warten, bis ihre Rückreise geklärt war, bzw. warten immer noch. Malte und Frederika, die bis vor Kurzem als Freiwillige bei MANTHOC tätig waren, sind seit dem 04. April 2020 wieder in Deutschland. Dank des gemeinsamen Einsatzes mehrerer Freiwilligenorganisationen bekamen sie von der peruanischen Polizei eine Genehmigung, um reisen zu dürfen. So konnten sie zum ‚Sammelpunkt‘ nach Trujillo fahren – wo sie einen Corona-Test machen mussten – und von dort über Chile nach Frankfurt fliegen.

Sobald es die gesetzlichen Vorgaben in Cajamarca wieder zulassen, werden sich die Kinder und Jugendlichen von MANTHOC auch wieder in der Schule und in den Gruppenstunden treffen.

Bis dahin können wir alle nur abwarten und beten, dass Jesu Auferstehung auch in diesem Jahr ein Zeichen der Hoffnung und der Freude sein wird.


Wir wünschen Ihnen trotz der besonderen Umstände in diesem Jahr eine schöne Osterzeit! Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße,
Ihr Vorstandsteam

Daniela Flörchinger, Marieke Pahlke, Naomi Artemeier, Lina Flörchinger, Anna Nunenmann, Annette Heil

Förderverein MANTHOC Cajamarca e.V.
www.foerderverein-manthoc-cajamarca.de


Was ist MANTHOC?

MANTHOC (Movimiento de Adolescentes y Niños Trabajadores Hijos de Obreros Cristianos) bedeutet übersetzt: "Bewegung der arbeitenden Kinder und Jugendlichen, Söhne und Töchter von christlichen Arbeitern" und wurde  1976 in Lima (Peru) gegründet. Auf der Basis der UN-Kinderrechtskonventionen ist die Handlungsmaxime: Ja zur Arbeit, Nein zur Ausbeutung.
Pfarrer Alois Eichenlaub, MANTHOC und die Mitarbeiter der Schule Escuela Jesus Trabajador sprechen​ immer von "arbeitenden Kindern", nie von "Straßenkindern". Eine derartige Bezeichnung ist für sie diskriminierend, denn sie würdigt nicht den Beitrag, den diese Kinder mit ihrer Arbeit für ihre Familien leisten. Die UNICEF-Forderung nach einem gesetzlichem Verbot von Kinderarbeit sieht MANTHOC daher kritisch.

Projekte des Förderkreises

Unser jüngstes Projekt in Peru: Schulpatenschaften

Seit dem Schuljahr 2011/2012 unterstützt der AK MEF mit Schulpatenschaften die "arbeitenden Kinder" um diesen den Besuch einer weiterführenden Schule zu ermöglichen. Die Jugendlichen absolvierten zum größten Teil zuvor Pfarrer Eichenlaubs Escuela Jesus Trabajador. Die Pateneltern verpflichten, sich fünf Jahre lang einen finanziellen Beitrag dafür zu leisten, dass die Jugendlichen einen Schulabschluss an einer höheren Schule machen können. Im ersten Jahr sind es umgerechnet 135 € pro Kind (bedingt durch einmalige schulische Nebenkosten wie beispielsweise Schuluniform), in den folgenden 4 Jahren je 105 € im Jahr. Die ersten Patenschaften wurden inzwischen erfolgreich beendet. Die Schulpatenschaften werden organisiert über den Förderverein MANTHOC e.V., in dem sich hauptsächlich junge Erwachsene ehrenamtlich engagieren, die im Rahmen eines Freiwilligendienstes ein Jahr mit den Kindern verbracht haben. Informationen zum Förderverein gibt es unter www.foerderverein-manthoc-cajamarca.de.
Wer mehr Informationen zu MANTHOC bekommen möchte, kann unter www.youtube.com kleine Filmbeiträge anschauen.

Coffee Stop

Seit einigen Jahren bietet der Arbeitskreis an einem Sonntag in der Fastenzeit eine Kaffeepause zum Abschalten, den  sogenannten „Coffee Stop“ an. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Aktion mit MISEREOR. Bei einer Tasse fair gehandeltem Kaffee, Tee oder Kakao können die Kirchenbesucher in lockerer Atmosphäre im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst miteinander ins Gespräch kommen. Die Aktion soll den Meinungsaustausch zu fairen und unfairen Preisen für Kaffee, Tee  und anderen Lebensmitteln anregen. Der Erlös der freiwilligen Spende kommt Misereor-Projekten zu. Diese Aktion findet deutschlandweit statt. Bei uns wurde sie in diesem Jahr  am 26. März 2017 nach dem 9 Uhr Gottesdienst in St. Laurentius durchgeführt.

Coffee Stop bringt Menschen zusammen und informiert einfach und direkt über den mutigen Kampf der Armen gegen Armut, Hunger und Ungerechtigkeit.

Coffee Stop in St. Laurentius am 26.03.2017

Coffee Stop am 24.02.2018 vor der St. Jakobus Kirche

Kontakt

Auf Ihr Interesse an einer Mitarbeit in unserem Arbeitskreis oder an einer neuen Schulpatenschaft freuen sich Reinhild Trapp, Uschi Reimer, Petra von Rhein, Gisela Atteln, Maria Meinhardt, Maria Bönig und Silke Funk.

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