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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden, die zur Pfarrei Hl. Edith Stein Schifferstadt gehören.

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Von Schifferstadt zur chilenischen Atacama-Wüste mit Hilfe eines Klapprads - geht das?

Ungewöhnliche Form von Nächstenliebe

Ja, in einem übertragenen Sinn hat es sozusagen geklappt. Denn hinter dieser Frage und dieser Antwort steht eine schöne Geschichte mit sehr viel Nächstenliebe, die den Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten bleiben soll. Denn es gibt sie noch, die Menschen, die über den Tellerrand hinaussehend, etwas Gutes und ohne Aufhebens für ihre Nächsten tun.

Es begann damit, dass ein Mitglied der hiesigen Kolpingfamilie bei einer Verlosung ein faltbares Fahrrad gewonnen hatte. Da er dafür aber keine unmittelbare Verwendung hatte, bot er es im Internet zum Verkauf an, um den Erlös für ein Hilfsprojekt zu spenden. Eine Interessentin war sofort bereit, dieses Fahrrad zu erwerben, obwohl es günstigere gegeben hatte. Denn sie hatte inzwischen erfahren, dass der Erlös dem Kinderzentrum "El Rubio" im chilenischen Alto Hospicio, einem Elendsviertel in 700 Meter Höhe in der Atacama Wüste zugute kommen sollte. Nachdem sie auch im Internet den Film über den verstorbenen Bruder Paul Oden und seine jahrzehntelangen Aktivitätten gesehen hatte, dessen letztes Projekt dieses Kinderzentrum vor fünf Jahren war, zahlte sie ohne zu zögern den Kaufpreis in Höhe von 2.400 Euro.

Darüber sind aber alle Beteiligten glücklich. Denn die Käuferin hat damit gleich dreifach Gutes getan: Radeln ist gut für ihre Gesundheit und der Umwelt und der Kaufpreis kommt armen Kindern zugute. Der Verkäufer seinerseits hat sich statt dessen ein Paar Sandalen gekauft. Der selige Vater Kolping, so glaubt er, freue sich ebenfalls darüber. Denn Adolph Kolping war bekannterweise Schuster, bevor er Priester wurde. Alexander Kuhn, Hauptorganisator der Patenschaft mit Iquique und langjähriger Freund von Bruder Paul Oden, hat zugesagt, diesen Betrag demnächst zu Pfarrer Anton Böckel nach Diedesfeld zu bringen, der ihn direkt nach Iquique weiterleiten wird.

Das Kinderzentrum "El Rubio" in Alto Hospicio ist nach wie vor auf Spenden angewiesen und empfängt keinerlei staatliche Hilfe. Hier werden zwischen 60 und 70 Kinder im Alter zwischen fünf und 15 Jahren betreut und mit Essen versorgt, die nach der Schule der Hilfe bedürfen, da deren Eltern mittellos sind. Angeboten werden dazu Hausaufgabenbetreuung und verschiedene Freizeitbeschäftigungen, wie beispielsweise Musikkurse, Sportangebote aber auch Religionsunterricht, ausgerichtet auf die religiösen chilenischen Feste des Jahres, die dort ganz besonders gefeiert werden. Obwohl auch Kinder verschiedenen Glaubens betreut werden, gibt es keine Probleme. Die Bewohner stammen aus großen Teilen aus Bolivien, Peru und Chile, deren Eltern  im Freihafen von Iquique Arbeit suchen. Geleitet wird das Kinderzentrum nun von Jorge Ricardo Aguayo Saez, der mit Bruder Paul bereits seit 1997 zusammenarbeitete  und genau weiß, was wichtig ist, um sein Werk umsetzen und am Leben erhalten zu können.

Bericht: Inge Schade / Foto: privat

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