Weltgebetstag stellte den Wunsch der Frauen aus Vanuatu in den Mittelpunkt

Gott soll der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sein

"Worauf bauen wir?" aus dem Matthäus-Evangelium war der Ökumenische Gottesdienst am Freitagabend, 2. Juli 2021 überschrieben, der anlässlich des diesjährigen Weltgebetstags der Frauen vor dem Pfarrheim Herz Jesu stattfand. Coronabedingt hatte er zwar zum urspünglichen Termin am 5. März nicht stattfinden können, dafür war es nun aber möglich, ihn im Freien in besonders schöner Atmosphäre zu feiern.

In diesem Jahr stand die Republik Vanuatu im pazifischen Ozean mit ihren insgesamt 83 Inseln im Mittelpunkt. Auch wenn diese Republik zu den Südseeparadiesen zählt, gibt es auch eine Kehrseite. Denn Vanuatu ist weltweit das Land, das am stärksten Gefährdungen durch Naturgewalten, wie beispielsweise Tropenstürme, Erdbeben, und Vulkanausbrüchen, aber auch massiv den Folgen des Klimawandels ausgesetzt ist. Die Regierung ist aber nicht ausreichend in der Lage, den betroffenen Menschen dort zu helfen. Ein großes Problem ist darüber hinaus die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen, denn über die Hälfte hat bereits Gewalterfahrungen in einer Partnerschaft machen müssen, was eine Studie belegt.

Mit ihrem Gottesdienst wollen die Frauen aus Vanuatu ermutigen, das Leben auf den Worten Jesu aufzubauen, die der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sein sollen. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus – und: "Wer meine Worte hört und sie tut, der hat auf Fels gebaut - sagt Jesus."

"Wir möchten in unserem Gottesdienst etwas über Vanuatu erfahren und uns zugleich im Glauben verbunden fühlen mit unseren Schwestern und Brüdern in diesem fernen Land", betonte Gemeindediakon Elke Pfeiffer von der Evangelischen Kirchengemeinde zu Beginn. Vorbereitet wurde der Gottesdienst in Anlehnung der Weltgebetstagsordnung aus Vanuatu außerdem von Maria Meinhardt, Ute Niederer, Elke Pickard, Uschi Reimer, Petra von Rhein, Sigrid Teutsch und Reinhild Trapp. Mitgestaltet wurde er zusätzlich von Elke Hensen, Stefanie Pruschina und Gabriele Riefling-Repp.

"Worauf bauen wir" hieß es auch, als es darum ging, in kurzen Anspielen ein "Fundament" zu bauen. Dieses setzte sich zusammen aus

  • Gottes Liebe
  • Gottes Gnade
  • Gottes Vergebung
  • Jesu Wort
  • Jesus – sein Wirken und Handeln
  • die Jahrtausend alte Geschichte Gottes von den Menschen

Die darauf setzenden „Bausteine“ bestanden aus:

Frieden und Gerechtigkeit   
  sich für Frauenrechte
einsetzen
 
 Verantwortung
übernehmen
  
Schluss mit 'vielleicht'  Zuversicht
 Nächstenliebedie Schöpfung
hüten und bewahren
 
Gottvertrauen  Solidarität
Menschenrechte Konsequentes
Handeln
 
   Gerechter
Welthandel
Langer AtemMut, gegen den Strom
zu schwimmen
  
Gerechte Löhne Mensch ist Mensch 

 

Zu Wort kamen in diesem Gottesdienst aber auch Stimmen von Frauen aus Vanuatu.
Da gab es "Rhetoh", die als Zweitgeborene einer achtköpfigen Familie und "nur" ein Mädchen, darum kämpft, sich weiterbilden zu können, nachdem es schulisch aus finanziellen Gründen nicht möglich war. Doch ihre Hartnäckigkeit und ihr Glaube an Gott habe sie Wege finden lassen,  sich weiterzubilden und dadurch ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Und da war "Jacklynda", die darum betet und Gott vertraut, dass die ländlichen Gebete von Vanuatu mehr Beachtung erhalten, damit die Jugendlichen in ihren Dörfern die Möglichkeiten bekommen, die sie suchen.

Oder "Mothy", die von zu Hause ausziehen musste, weil der Platz nicht mehr reichte, ihr Essen auf der Straße suchte und in einer Hütte schlafen musste. Bis sie Menschen traf, die an Gott glaubten und ihr sagten, das er sie liebe. Daraus erwuchs auch in ihr Gottvertrauen, das zum Fundament ihres Lebens wurde. Inzwischen ist sie stark in ihrem christlichen Glauben und teilt ihre Geschichte mit anderen, um sie von Gottes Liebe und Fürsorge zu überzeugen.

Das Spendenergebnis an diesem Abend beträgt 318,50 Euro. Bereits zum offiziellen Weltgebetstag am 5. März hat die Frauengemeinschaft Heilige Edith Stein 500 Euro gespendet. Unterstützt wird damit das Projekt "Vanuatu Young Women for Change", ein Teil des Mediennetzwerkes femLINK-pacific. Dabei lernen junge Frauen zum Beispiel, wie sie die in wissenschaftlichem Englisch oder Französisch formulierten Wettervorhersagen in lokale Sprachen übersetzen. So können auch die entlegenen Gebiete Frauen vor drohenden Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Wirbelstürmen gewarnt werden.

Der Weltgebetstag 2022 kommt aus England, Wales, Nordirland und trägt den Titel "I know the plans I have for you" (Ich kenne die Pläne, die ich für dich habe).

Bericht: Inge Schade (im Schifferstadter Tagblatt)

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