Pfarrer Gerhard Grewer in den "aktiven" Ruhestand verabschiedet

"Ich sehe die Zeit, die ich mit der Gemeinde Herz Jesu gelebt habe, als für mich gute und erfüllte Jahre an"

Pfarrer Gerhard Grewer ist am Samstag, 29. August 2021 endgültig aus dem aktiven Kirchendienst ausgeschieden. Den Rahmen dazu bot der Vorabendgottesdienst in der Herz Jesu Kirche, dem er zum letzten Mal vorstand, in Konzelebration mit Pfarrer Dr. Georg Müller, Pfarrer Albrecht Effler und unter Assistenz von Diakon Hans Sattel gefeiert und vom Chor der Herz Jesu Kirche unter Leitung von Silke Winkler festlich umrahmt wurde. Dass seine Beliebtheit nach wie vor ungebrochen ist, zeigte auch das große Interesse an der Teilnahme seines Abschiedsgottesdiensten, denn es konnten nicht alle Gläubigen aufgrund der Coronabeschränkungen daran teilnehmen, so dass einige den Gottesdienst vor der Kirche mitfeierten.

Unter dem Motto "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind" durften aber auch zwei Kinder in diesem Gottesdienst die Heilige Kommunion empfangen. Dabei hob der scheidende Pfarrer in seiner Predigt hervor, dass die Gottes- und Nächstenliebe der Kern der christlichen Botschaft sei.

"Heute nun habe ich zum letzten Mal
Eucharistie, übersetzt 'Dank', gefeiert"

merkte er am Ende des Gottesdienstes an. Das habe er an diesem Abend ganz bewusst getan und erlebt. "Ich danke Gott dafür, dass er es eigentlich immer gut mit mir gemeint hat, schaue dankbar auf die über 56 Jahre meines Priesterseins zurück und darf nach wie vor sagen, dass es die richtige Entscheidung war, diesen Beruf gewählt zu haben".

Sein Dank galt auch allen Menschen, die ihn in all den Jahren begleitet haben. "Eines möchte ich auf jeden Fall betonen: ich sehe die Zeit, die ich mit der Gemeinde Herz-Jesu gelebt habe, als für mich gute und erfüllte Jahre an", so der Pfarrer. Inzwischen habe er aber gespürt, dass die innere Spannkraft nachlasse und sich nach und nach Ermüdungserscheinungen und gesundheitliche Schwächen einstellen würden.

"Nun beende ich meinen Dienst als ein Mensch,
der weiß, dass das Abschiednehmen
wesentlicher Bestandteil des Lebens ist,
in der man auch innerlich reifen kann.

Schifferstadt macht ein gewichtiges Stück meines Lebens aus. Diese Dankbarkeit wird mich immer begleiten und die Erinnerung wachhalten“, sagte der 82-jährige abschließend.

Nach dem Gottesdienst gab es Gelegenheit, sich bei einem Umtrunk im Pfarrheimhof persönlich von Pfarrer Gerhard Grewer zu verabschieden, wobei ihm eine Abordnung des Musikvereins 1974 unter Leitung von Carina Baumann-Laufer zuerst musikalische Grüße übermittelte, wie auch im Laufe des Abends. Dabei durften auch wohlgemeinte Grußworte an den nun sich im Ruhestand befindlichen Pfarrer nicht fehlen.

Klaus Thomas vom Vorstandsteam des Gemeindeausschusses Herz Jesu dankte im Namen des Gremiums für die guteZusammenarbeit und Unterstützung, die er seiner ehemaligen Gemeinde Herz Jesu und auch der Pfarrei Heilige Edith Stein stets zukommen ließ. Er habe immer großen Einsatz für die Belange der Pfarrei gezeigt und ein offenes Ohr dafür gehabt. Klaus Thomas, ebenfalls Vorsitzender des Chors der Herz Jesu Kirche, übermittelte auch dessen gute Wünsche, den Dank für die Zusammenarbeit und sein Verständnis beim Beschreiten neuer Wege in der Chormusik.

Für das Pastoralteam, die Pfarrei, aber auch ganz persönlich bedankte sich Pfarrer Dr. Georg Müller besonders für seinen Einsatz in den letzten Jahren. "Sie waren durch Ihre unkomplizierte und brüderliche Art immer eine große und sehr verlässliche Hilfe an den Werktagen und Wochenenden", hob er hervor. Es sei für die ganze Pfarrei und die Gemeinde Herz Jesu eine große Freude gewesen, dass er trotz seines Ruhestandes die ganze Zeit da war, weil er auch hier "de Parre war", merkte er schmunzelnd an.
Denn nach wie vor hielt Pfarrer Gerhard auch nach seinem Ruhestand 2009 und nach 21-jähriger seelsorgerischer Tätigkeit in Schifferstadt, nicht nur regelmäßige Gottesdienste sondern übernahm auch in etwas geringerem Ausmaß die sonstigen liturgischen Aufgaben eines Pfarrers. Zudem leitete er bis vor etwa eineinhalb Jahren einen Bibelkreis, der danach von Pfarrer Albrecht Effler übernommen wurde. "Ich habe mich sehr wohlgefühlt und war dankbar darüber, dass ich noch eine Aufgabe hatte. Das war mir sehr wichtig, besonders bei den Gottesdiensten", merkte er in diesem Zusammenhang im Gespräch mit dem Schifferstadter Tagblatt an.

Ihre Verbundenheit dokumentierte auch Edda Stengel für den AK "Frauen und Senioren", die auch nach seinem Abschied weitergehen werde.

Katharina Hoffmann hob in ihrem Grußwort für die Messdiener die schönen Gottesdienste hervor, die sie mit ihm feiern durften.

Pfarrerin i.R. Barbara Abel-Pohlack, die seit 2004 mit ihm auf ökumenischer Basis zusammenarbeitete, war es ein großes Anliegen, ihm ihre persönlichen guten Wünsche in den "aktiven" Ruhestand mitzugeben. Zunächst dankte sie ihrem gemeinsamen "Chef" (mit Blick nach oben), dass er ihr viele gute Begegnungen mit ihm und ein gutes Zusammenarbeit in seinem Namen geschenkt habe. Sie dankte "ihm" aber auch dafür, dass er ihn als Seelsorger in Schifferstadt so viel Gutes hat wirken lassen. Unter Gottes Schutz habe er eine blühende Gemeinde aufgebaut und im Leben vieler Menschen deren fröhliche und schwierige Zeiten begleitet. Sein Humor, seine Herzenswärme und die Ausstrahlung seiner tiefen Verbundenheit mit Gott habe allen gut getan. Neben ihrem Dank bat sie Gott um seinen Schutz für Pfarrer Gerhard Grewer in seinem neuen Lebensabschnitt. Denn Gott allein sei und bleibe die Quelle und Ziel des Lebens.

Bericht: Inge Schade
Bilder: Norbert Strubel

Eindrücke vom Verabschiedungsgottesdienst und der anschließenden Feier im Pfarrheimhof