Ökumenisches Friedensgebet immer mittwochs, 19 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche

Protestantische Kirchengemeinde und Pfarrei Hl. Edith Stein rufen zum Gebet für den Frieden auf

Entsetzt und sprachlos, wütend und besorgt, traurig und hilflos machen uns die vielen Bilder und Berichte aus der Ukraine. All dies wollen wir miteinander und vor Gott zum Ausdruck bringen und setzen unser gemeinsames Gebet um Frieden immer mittwochs, um 19 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche fort.

Die Protestantische Kirchengemeinde
und die Pfarrei Hl. Edith Stein in Schifferstadt
laden alle dazu ein.

"Schweig nicht zu meinen Tränen!"

Ökumenisches Friedensgebet immer mittwochs, 19 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche

Zum Geleit

Vier Jahre Krieg. Vier Jahre Tod, Gewalt, Angst und Erschöpfung. Vier Jahre Mut zum Leben, Hoffnung auf Frieden, Kraft zur Verteidigung gegen das Böse.

Der russische Angriff auf die Ukraine dauert an – und mit ihm das Leid der Menschen, deren ganze Welt seit dem 24. Februar 2022 unwiderruflich zerstört ist. "Schweig nicht zu meinen Tränen!" – der Ruf aus Psalm 39 drückt Wut und Hoffnung aus im Angesicht der Gewalt. Wer so betet, fordert ein, angehört zu werden. Und hofft auf Beistand.
Beim Ökumenischen Friedensgebet am vergangenen Mittwoch, 25.02., galt es innezuhalten: gemeinsam zu klagen, zu beten und Hoffnung zu teilen. Einen Raum zu schaffen für das, was oft keinen Platz findet - für Trauer, für Sprachlosigkeit, für Zorn und für die Sehnsucht nach Frieden.

Das Friedensgebet ist zwischenzeitlich leider zum festen Bestandteil einer Gruppe von Menschen geworden, die genau das zusammen tun: innehalten, klagen, beten, sich stärken und Hoffnung teilen - und sich zum Glauben bekennen, wie die Christen bei der Weltversammlung in Seoul 1990.

Wir glauben an Gott, der die Liebe ist,
und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.

Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Stärke der Waffen,
an die Macht der Unterdrückung.

Wir glauben an Jesus Christus,
der gekommen ist, uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.

Wir glauben nicht, dass Kriege unvermeidlich sind,
dass Friede unerreichbar ist.

Wir glauben an die Gemeinschaft der Heiligen,
die berufen ist, im Dienst aller Menschen zu stehen.

Wir glauben nicht, dass Leiden umsonst sein muss,
dass der Tod das Ende ist,
dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Wir glauben, dass Gott für die Welt eine Ordnung will,
die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und dass alle Männer und Frauen
gleichberechtigte Menschen sind.

Wir glauben an Gottes Verheißung,
Gerechtigkeit und Frieden für die ganze Menschheit zu errichten.

Wir glauben an Gottes Verheißung eines neuen Himmels
und einer neuen Erde, wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.

Wir glauben an die Schönheit des Einfachen,
an die Liebe mit offenen Händen,
an den Frieden auf Erden.

Amen.

In diesem Geist laden die Protestantische Kirchengemeinde und die Pfarrei Hl. Edith Stein auch weiterhin ein zum Gebet für den Frieden, mit Texten, Psalmen, Schriftlesung, Musik und Gesang.

Gemeinsames Gebet um Frieden
immer mittwochs, um 19 Uhr
(ca. 30 Minuten)
in der Gustav-Adolf-Kirche
(Lillengasse 99)

"Du fragst, was bringt's, dass wir beten?
Wir können doch nichts bewegen: auch wenn wir dagegen sind -
Krieg kommt.
Aber wir können was tun - und das ist:
gemeinsam beten, und die Stimme erheben."

Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine treffen sich mittwochs Menschen zu einer kurzen Gebetszeit für den Frieden - für den Frieden weltweit, in vielen Ländern unserer Erde aber auch für den Frieden in unseren Familien und unserer Gesellschaft.

Gebete - wie hier ein Auszug - führen wöchentlich unterschiedliche Menschen unserer Stadt zusammen:

 

Friedenskreuz des Handwerks, errichtet 2019 (eine Initiative der Arbeitnehmerinnen und Ar- beitnehmer in der Handwerkskammer der Pfalz mit dem Kolpingwerk als Kooperationspartner)

"Frieden hast du uns versprochen.
Frieden, nicht wie ihn die Welt gibt.
Hilf uns, dies Geschenk zu ergreifen,
dass wir uns nichts vormachen lassen,
dass wir deinen Frieden wollen und sonst keinen.
Sonst machen wir wieder Frieden auf unsere Art.
Und wie das endet, wissen wir.

Da war noch etwas, Gott, was wir dir sagen wollten:
Wir kriegen das nicht allein hin, und deshalb bitten wir dich:
Gib du Frieden.
Der gilt dann auch ohne Widerrede und Kleingedrucktes."

(von Gerhard Engelsberger)

Bischof Wiesemann und Kirchenpräsidentin Wüst: "Krieg ist niemals die Lösung."

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst rufen zum Gebet für die Menschen in der Ukraine und für den Frieden im Osten Europas auf. "Krieg bedeutet Unheil und Tod. Krieg macht Frauen zu Witwen und Kinder zu Waisen. Krieg zerstört Häuser und treibt Menschen in die Flucht. Krieg ist niemals die Lösung", betonen die leitenden Geistlichen des Bistums Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz in einer gemeinsamen Erklärung. "In einem Krieg gibt es nur Verlierer. Er ist eine Niederlage der Verständigung und der Menschlichkeit", betonen sie. "Wir sind mit unseren Gefühlen, unseren Gedanken und unserem Gebet bei den Menschen in der Ukraine. Sie werden durch den russischen Angriff in große Not gestürzt." Wiesemann und Wüst fordern das sofortige Ende der Angriffe. "Durch den Angriff auf die Ukraine wird das Völkerrecht durch Russland in eklatanter Weise verletzt."

Gebet für die Menschen in der Ukraine

Gott des Friedens,
voller Entsetzen hören und sehen wir die Nachrichten aus Osteuropa. Wir beten für die Menschen in der Ukraine, in Russland und in den anderen Konfliktregionen der Erde um den Frieden, den Du den Menschen zugesprochen hast. Wir rufen zu Dir aus unserer Not:

Beschütze alle, deren Leben durch Waffengewalt bedroht ist.
Zeige den Verantwortlichen Wege, die das Leid und die Gewalt stoppen.

Wandle unsere Ohnmacht in Zuwendung und Solidarität mit den Opfern dieses Krieges.

Entfalte in allen Beteiligten und in uns deinen Geist der Liebe und der Versöhnung, damit wir gemeinsam Werkzeuge deines Friedens sind, heute und alle Tage unseres Lebens.

Amen.