Mittwoch, 04. März 2026

"Schweig nicht zu meinen Tränen!"

Friedenstaube (EKD/Jan Philipp Fiedler)

©yeet/evangelisch.de/Lena Gerlach

Ökumenisches Friedensgebet immer mittwochs, 19 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche

Zum Geleit

Vier Jahre Krieg. Vier Jahre Tod, Gewalt, Angst und Erschöpfung. Vier Jahre Mut zum Leben, Hoffnung auf Frieden, Kraft zur Verteidigung gegen das Böse.

Der russische Angriff auf die Ukraine dauert an – und mit ihm das Leid der Menschen, deren ganze Welt seit dem 24. Februar 2022 unwiderruflich zerstört ist. "Schweig nicht zu meinen Tränen!" – der Ruf aus Psalm 39 drückt Wut und Hoffnung aus im Angesicht der Gewalt. Wer so betet, fordert ein, angehört zu werden. Und hofft auf Beistand.
Beim Ökumenischen Friedensgebet am vergangenen Mittwoch, 25.02., galt es innezuhalten: gemeinsam zu klagen, zu beten und Hoffnung zu teilen. Einen Raum zu schaffen für das, was oft keinen Platz findet - für Trauer, für Sprachlosigkeit, für Zorn und für die Sehnsucht nach Frieden.

Das Friedensgebet ist zwischenzeitlich leider zum festen Bestandteil einer Gruppe von Menschen geworden, die genau das zusammen tun: innehalten, klagen, beten, sich stärken und Hoffnung teilen - und sich zum Glauben bekennen, wie die Christen bei der Weltversammlung in Seoul 1990:

Wir glauben an Gott, der die Liebe ist,
und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.

Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Stärke der Waffen,
an die Macht der Unterdrückung.

Wir glauben an Jesus Christus,
der gekommen ist, uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.

Wir glauben nicht, dass Kriege unvermeidlich sind,
dass Friede unerreichbar ist.

Wir glauben an die Gemeinschaft der Heiligen,
die berufen ist, im Dienst aller Menschen zu stehen.

Wir glauben nicht, dass Leiden umsonst sein muss,
dass der Tod das Ende ist,
dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Wir glauben, dass Gott für die Welt eine Ordnung will,
die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und dass alle Männer und Frauen
gleichberechtigte Menschen sind.

Wir glauben an Gottes Verheißung,
Gerechtigkeit und Frieden für die ganze Menschheit zu errichten.

Wir glauben an Gottes Verheißung eines neuen Himmels
und einer neuen Erde, wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.

Wir glauben an die Schönheit des Einfachen,
an die Liebe mit offenen Händen,
an den Frieden auf Erden.

Amen.


In diesem Geist laden die Protestantische Kirchengemeinde und die Pfarrei Hl. Edith Stein auch weiterhin ein zum Gebet für den Frieden, mit Texten, Psalmen, Schriftlesung, Musik und Gesang.

Gemeinsames Gebet um Frieden
immer mittwochs, um 19 Uhr
(ca. 30 Minuten)
in der Gustav-Adolf-Kirche
(Lillengasse 99)