Osterkerze 2026 der Gemeinde St. Jakobus: Baum des Lebens

Mitglieder der Gemeinde St. Jakobus gestalten die Osterkerze

Auch dieses Jahr wird in der Gemeinde St. Jakobus an Ostern die neue Osterkerze entzündet.

Darauf sieht man auf den ersten Blick einen Baum, festverwurzelt und standhaft mit vielen unterschiedlichen Blättern, die eine stattliche Krone bilden.
Ein paar Blätter stechen leuchtend hervor. Außerdem fällt eine goldene, fast aufwärtsstrebende Person inmitten des Baumstammes auf. Es ist nicht richtig zu erkennen, ob sie am Stamm fixiert ist. Irgendwie schwebt sie davor, fügt sich aber harmonisch in den Stamm ein.

Der Baum mit seinen vielen Blättern zeigt die Gemeinschaft der vielen Einzelnen, die zusammen zu etwas Großem und Komplexen werden und dennoch nicht den Halt verlieren, da sie durch den Stamm fest verbunden sind mit der Erde. Unser Glauben ist so etwas Verbindendes. Er kann als Stamm der Ort sein, an dem wir uns als Blätter entfalten können. Aber auch jedes einzelne Blatt trägt seinen Teil dazu bei, dem Baum am Leben zu erhalten. Es fängt das Licht ein und hilft, nach seinen besten Möglichkeiten Grundstoffe für alle herzustellen. Die goldenen Blätter zeigen uns, die strahlenden Möglichkeiten des Handels jedes Individuums. Jede und jeder hat das Potential, Gutes zu tun und damit auch sich selbst und die Gemeinschaft zum Strahlen zu bringen. Aber auch wenn man gerade nicht leuchten kann, ist man ein Teil des Ganzen und wird festgehalten und versorgt. Keine/keiner ist ohne Verbindung zu den anderen. Die große Wurzel gibt uns Halt. Auch sie hilft, dass keinem einzelnen Blatt etwas fehlt. Sie versorgt alle mit lebensnotwendigem Wasser und Nährstoffen. Sie hält den Baum auch bei größtem Sturm fest an seinem Platz. Aber auch sie ist abhängig von den Blättern. Ohne diese würde sie verhungern, verkümmern, den Halt verlieren. Wie die Wurzel braucht auch unser Glauben jede Einzelne, jeden Einzelnen und jede/r leistet seinen Beitrag, so gut sie und er kann. Damit ist der Baum tief verwurzelt in der Erde und kann nicht durch einen kleinen Windhauch umgeworfen werden.

Dieses Jahr findet man kein totes Holz, an dem ein leidender Christus hängt, so wie in üblichen Kreuzdarstellungen. Man erkennt in dem lebendigen Stamm ein aufblühendes Kreuz. Der Baum treibt aus – neues Leben entsteht. Dies steht als Parabel für die österliche Botschaft. Man sieht hier eine auffahrende Seele. Sie ist nur an den Baum angeschmiegt. Dies wirkt wie das Versprechen, das Jesus unter uns sein will. Durch die Aufwärtsbewegung wird seine Himmelfahrt deutlich – das Göttliche, das in ihm ruht. Andererseits erzeugt es ein Gefühl der Hoffnung und Freude, da die Figur mitten im Motiv und freiwillig hier ist, ohne Zwang, ohne Fesseln, selbstbestimmt. Und dennoch ist sie ein Teil der Gemeinschaft, nicht losgelöst. Ohne den Baum, wäre die Gestalt nicht hier. Nur zusammen ist das Motiv komplett, der Glauben und die Menschen – untrennbar verbunden. Eins allein kann nicht bestehen. Ein Stamm ohne Blätter, wäre tot. Ein Blatt ohne Stamm hört auf zu existieren. Selbst die Person wäre ohne den festverwurzelten Stamm nicht anwesend. Es gäbe keinen Grund für sie, da zu sein. Nur als Gemeinschaft sind wir stark. Ein Miteinander, kein Gegeneinander.

Anders als sonst, sind auch Alpha und Omega, sogar die Zahlen miteinander verbunden. Sie unterstreichen nochmals die Kernbotschaft der diesjährigen Osterkerze: Beziehungen, Zusammenhalt und Solidarität sind zentrale Elemente des Lebens.

Vielen herzlichen Dank an alle, die sich wieder mit Kreativität
und viel Herz für die Osterkerzengestaltung engagierten.