"Es war eine Herzensentscheidung"

Britta Schmidt und Karl-Heinz Nagel zu Leitern von Wort-Gottes-Feiern für die Pfarrei beauftragt

Abschied und Neuanfang in der Pfarrei Heilige Edith Stein: Während Pfarrer Albrecht Effler ab 1. September 2026 im wohlverdienten Ruhestand sein wird, begann für die Pfarreimitglieder Britta Schmidt und Karl-Heinz Nagel eine seelsorgerische Aufgabe. Denn sie wurden im Rahmen des Festgottesdienstes zum Patronatsfest in St. Laurentius zu Leitern von Wort-Gottes-Feiern beauftragt, was erstmals in der Pfarrei möglich war. Beide hatten die Gelegenheit wahrgenommen, sich auf diese Ausschreibung in den Pfarrnachrichten zu melden und eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren. Zunächst fand ein sogenanntes "Bewerbungsgespräch" mit Pfarrer Stefan Mühl statt. Des weiteren mussten der Pfarreirat und auch der Pfarrer zustimmen. Danach konnte die Ausbildung im Priesterseminar in Speyer beginnen, die drei Module umfasste.

Die erste "Generalprobe" einer Wort-Gottes-Feier fand dann am 7. August in St. Laurentius statt, bevor es am 9. August offiziell wurde. "Auch wenn die Eucharistie als das 'Herz' der Kirche unbezweifelbar im Mittelpunkt des ganzen kirchlichen Lebens steht, umfasst das liturgische Leben der Kirche seit alters her eine lebendige Vielfalt von Formen des gemeinsamen Betens und Singens. In all diesen Formen ist der Herr selbst unter uns gegenwärtig, besonders in der Feier des Wortes Gottes", hob Pfarrer Stefan Mühl vor der Beauftragung hervor. Wenn in der Pfarrei sonntags keine Eucharistie gefeiert werden könne, so solle es dennoch möglich sein, dass sich die Gemeinde zu einer Wort-Gottes-Feier in geistlicher Gemeinschaft versammeln könne. Gerade in einer Zeit, in der immer weniger Priester vor Ort sein können. "Mit diesem Dienst tragen Sie dazu bei, dass die Gläubigen einander und ihren Herrn nicht aus den Augen verlieren, und ihre Sehnsucht nach der heiligen Eucharistie lebendig bleibt", wandte sich Pfarrer Stefan Mühl an Britta Schmidt und Karl-Heinz Nagel. Denn auch in dieser Feier ist eine Kommunionausteilung mit konsekrierten (geweihten) Hostien möglich.

Nach ihrer Bereitschaftserklärung vor dem Pfarrer und der Gemeinde sowie das Verlesen der von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann unterschriebenen Beauftragungsurkunde erhielten Beide als Zeichen der Gottesdienstleitung das liturgische Buch "Die Wort-Gottes-Feier", mit dem sie die gottesdienstlichen Feiern vorbereiten und durchführen können.

Dieser Dienst steht in tiefer geistlicher Beziehung zur pfarrlichen Feier der Eucharistie, die Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens ist. Der Vorsitzende des Pfarreirates, Jürgen Reimer, hob hervor, dass die Liturgie der Kirche das Werk Gottes und die Feier des ganzen Gottesvolkes sei. Jesus Christus sei gegenwärtig, wenn "die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Im Namen des Pfarreirates, der Gemeindeausschüsse sowie der Pfarrei mit ihren drei Gemeinde dankte er ihnen von Herzen für ihr Engagement in der Kirche.

Britta Schmidt ist von Geburt der Gemeinde St. Laurentius zugehörig. Sie ist "Laurentianerin", zumal sie in der Laurentiusstraße aufwuchs und dort lange Zeit lebte.
Taufe, Erstkommunion und Firmung fanden in der Laurentiuskirche statt. Seit nunmehr sieben Jahren ist sie im Gemeindeausschuss St. Laurentius dabei, engagiert sich bei verschiedenen Veranstaltungen. Sie ist Lehrerin an der Realschule Plus in Ludwigshafen-Friesenheim und unterrichtet unter anderem katholische Religion.

Karl-Heinz Nagel, von Beruf Geschäftsführer einer Vermögensverwaltung in Frankfurt, ist seit 23 Jahren im Gemeindeausschuss St. Laurentius, war einige Jahre im Verwaltungsrat und im Ausschuss der Kindertagesstätte St. Konrad. Er hat einen Grund- und Aufbaukurs in Theologie an der Domschule Würzburg absolviert, ist seit über 10 Jahren Pilgerbegleiter im Bistum Speyer und seit sechs Jahren Leiter der Jakobusgesellschaft für die Süd- und Vorderpfalz.

Das zeigt, dass Britta Schmidt und Karl-Heinz Nagel tief mit dem Glauben verwurzelt sind. Aber auch im Gespräch mit dem Schifferstadter Tagblatt kam ihre religiöse Prägung zum Ausdruck. Dabei erzählten sie, dass es ihnen erst zu Beginn ihrer Ausbildung bewusst geworden sei, wie komplex diese Ausgaben seien. "Es war nämlich eine Herzensentscheidung, aber die richtige und wir hoffen, dass wir Menschen auf diesem Weg erreichen können. Denn es ist uns wichtig, den Glauben und die Freude an der Wort-Gottes-Dienst-Feier zu vermitteln", hoben beide übereinstimmend hervor. "Die Gestaltung von Wort-Gottes-Feiern für das Leben unserer Pfarrei ist für mich, auch als Frau, ein ganz besonderer und neuer Auftrag, den ich ehrfürchtig und dankbar annehme", betonte Britta Schmidt. Und Karl-Heinz Nagel fügte hinzu: "Ich wünsche uns allen die Freude an Gottes Wort neu zu entdecken und das gemeinsame Feiern des Glaubens." Und der Wunsch Beider lautet: "Möge unser Dienst dazu beitragen, dass sich unsere Gemeinden zu den Wort-Gottes-Feiern versammeln, aus dem Wort Gottes Lebensorientierung erhält und so neue Kraft für den Alltag schöpfen kann."

Die erste offizielle Wort-Gottes-Dienst-Feier mit Britta Schmidt und Karl-Heinz Nagel ist am Samstag, 29. August, 18 Uhr, in der St. Laurentiuskirche. Auch wenn sie standardmäßig in St. Laurentius stattfinden werden, gilt diese Angebot selbstverständlich für die ganze Pfarrei. Weitere Wort-Gottes-Feiern werden lt. der vom Pfarreirat beschlossenen Gottesdienstordnung an den Samstagen vor dem fünften Sonntag im Monat sein.

Bericht und Bilder: Inge Schade für das Schifferstadter Tagblatt

Die Ausbildung für Leiter von Wort-Gottes-Feiern (Gottesdienstleiter/innen) in der katholischen Kirche erfolgt über praxisnahe, diözesane Kurse. Sie umfasst theologische Grundlagen der Liturgie, den Umgang mit der Bibel sowie praktische Übungen für den Ablauf und das freie Sprechen im Kirchenraum. Nach erfolgreichem Abschluss und der Empfehlung der Pfarrei erfolgt die offizielle Beauftragung (Missio) durch den Bischof.
Wer sich für eine solche Ausbildung interessiert und sich dazu berufen fühlt, kann sich sehr gerne an das Zentralbüro der Pfarrei wenden.