"Demokratie Wagen"

Vortragsreihe in der Fastenzeit der Kolpingsfamilie Pfingstweide (Ludwigshafen)

Aus dem Veranstaltungsflyer:

Wir, die Kolpingsfamilie Pfingstweide, eröffnen die Vortragsreihe 2026 mit einem Gottesdienst am Sonntag, 22.02.2026, 10:00 Uhr in der Kirche St. Albert (Madrider Weg 15, Ludwigshafen). Der ehemalige Bundespräses von Kolping Deutschland, Pfarrer Hans Joachim Wahl, feiert diesen Gottesdienst mit uns.

Zu unserer neuen Vortragsreihe in 2026 laden wir Sie recht herzlich ein.

Wir möchten Ihnen 4 hochaktuelle Vorträge anbieten.
Die Vortragsreihe steht unter dem Motto:  

"DEMOKRATIE WAGEN"

Wir widmen uns diesen Themenfeldern:

  • Spannungsfeld Kirche und Politik
  • Wir sind das Volk - Was will das Volk?
  • Demokratie wagen
  • Der Staatsbürger in Uniform

Hierfür konnten wir fachkundige Referenten gewinnen. Der Besuch einzelner Vorträge ist unabhängig voneinander möglich. Der Eintritt zu allen Vorträgen 
ist kostenfrei. Für eine freiwillige Spende zur Unterstützung unseres Projektes sind wir jedoch sehr dankbar.

Wir würden uns freuen, Sie bei einer oder allen Veranstaltung/en begrüßen zu dürfen.
"Seien Sie uns herzlich willkommen" 
im Namen der Kolpingsfamilie Pfingstweide 
Wuni Kippenberger

Veranstaltungsort

St. Albert, Madrider Weg 52,
67069 Ludwigshafen
Navi-Adresse:
Londoner Ring 52,
67069 Ludwigshafen

Veranstaltungsflyer

Den ausführlichen Veranstaltungsflyer können Sie hier herunterladen und gerne auch weiter verteilen.
Hierin enthalten sind auch die Kernbotschaften eines Positionspapiers der christlichen Kirchen Ludwigshafens mit der Überschrift:
Hass ist keine Meinung!

Unterstützung

Die Vortragsreihe wird unterstützt von

  • Referat Weltkirche der Diözese Speyer
  • Katholischen Erwachsenenbildung Speyer

Eintritt frei - Spende

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Für eine freiwillige Spende zur Unterstützung unseres Projektes sind wir jedoch sehr dankbar.

Der Erlös geht dieses Jahr zu Teilen an die Kolpingjugend St. Albert, zur Unterstützung der Jugendarbeit.
Der andere Teil an die Amadeu-Antonio-Stiftung. Diese setzt sich für eine demokratische Zivilgesellschaft ein, die sich konsequent gegen Rassismus, Antisemitismus, 
gruppenbezogener Ausgrenzung und Rechtsextremismus stellt. 

Die Vorträge im Einzelnen:

Sonntag, 22.02.2026 – 17:00 Uhr:

SPANNUNGSFELD Kirche und Politik

Was ist der Auftrag von Kirche und darf sie politisch sein? Muss sie das vielleicht sogar? Pfarrerin a. D. Anna Böck saß drei Mal für die Letzte Generation vor den Kipppunkten auf der Straße und zeigt auf, warum Kirche beides sein kann und muss: Sinnstifterin und politischer Player. 

Referentin: Anna Böck
Theologin, Autorin, Lektorin und Klimaaktivistin

Sonntag, 01.03.2026 – 17:00 Uhr

WIR SIND DAS VOLK – WAS WILL DAS VOLK?

Glaubt man den Leserbriefen in den Zeitungen und den (meist anonymen) Meinungen in den sozialen Netzwerken, sind Politiker und Parteien an allem Schuld, was in unserem Staat schief läuft. Man solle doch besser das Volk entscheiden lassen, dann würde gesunder Menschenverstand herrschen, statt politischer Willkür.
Aber gibt es denn überhaupt das eine Volk, den gemeinsamen Volkswillen? Ist es nicht vielmehr so, dass im Volk jeder für sich, aber nicht das Volk als Volk einen Willen haben kann?
"Das Volk des Grundgesetzes pflegt im Plural aufzutreten“ hat der Philosoph Jürgen Habermas das treffend beschrieben. Das Schicksal unserer Demokratie liegt nicht allein in den Händen der Politik und der Regierenden. Nein, jede Bürgerin und jeder Bürger, mithin das Volk der Regierten, sind mitverantwortlich dafür, dass die Demokratie gut funktioniert.
Ein provozierender Vortrag wird erwartet.

Referent: Michael Garthe
Ehemaliger Chefredakteur der Rheinpfalz

Sonntag, 08.03.2026 – 17:00 Uhr:

DEMOKRATIE WAGEN

Demokratie wird heute in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung überwiegend formal definiert, und zwar als eine Regierungsform, die vom Mehrheitsprinzip geprägt wird. Doch eine so verstandene (formale) Demokratie birgt, wie Dr. Alessandro Bellardita, Strafrichter und Autor, in seinem Vortrag aufzeigen wird, zahlreiche Risiken. Denn die Mehrheit hat nicht immer Recht. Und Mehrheit bedeutet insbesondere nicht, dass Grundfreiheiten beachtet werden. Populistische Bewegungen nehmen allerdings für sich in Anspruch, den "wahren Willen" des Volkes zu kennen (und durchzusetzen). Und durch die Konstruktion einer – wie immer auch gearteten – idealisierten "Identität", werden faktisch Minderheiten jeglicher Art ausgegrenzt. Aber "Demokratie" – wie Willy Brandt schon sagte – "ist keine Frage der Zweckmäßigkeit, 
sondern eine Frage der Sittlichkeit". Daher bleibt sein Appell heute noch aktuell: "Mehr Demokratie wagen!"

Referent: Alessandro Bellardita
Strafrichter (Jugendschöffengericht Karlsruhe), Lehrbeauftragter an der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen, Fachjournalist, Dozent, Krimiautor

Sonntag, 15.03.2026 – 17:00 Uhr

Das Leitbild vom Staatsbürger in Uniform - ein starker Beitrag für unsere Demokratie 

Am 8. Mai 1945 wurde die militärische und moralische Niederlage Deutschlands besiegelt. Vor dem Hintergrund der schrecklichen Zerstörung und des unfassbaren Leids ist nicht verwunderlich, dass die Diskussion um die Wiederbewaffnung das Land in den Nachkriegsjahren spaltete. Dennoch erhielten am 12. November 1955 die ersten Soldaten der Bundeswehr ihre Urkunde. Einen entscheidenden Beitrag hierzu leistet das Konzept der Inneren Führung. Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden durch den Wertekanon des Grundgesetzes an Demokratie gebunden und sind durch ihren Dienst aufgefordert, als verantwortungsbewusste Staatsbürgerin, als 
verantwortungsbewusster Staatsbürger zu handeln.

Referent: Martin Rose 
Mitglied des Kolping Bundesvorstandes und Offizier am Zentrum innere Führung