Tiefgreifende Veränderungen im Bistum Speyer
Pfarrversammlung informierte über den Entwurf der Strukturreform mit großem Umbruch für die Pfarrei
Tiefgreifende Veränderungen sieht der inzwischen überarbeitete Entwurf der Strukturreform des Bistums Speyer mit dem Titel "Ein Segen sollt ihr sein" vor, über den im Rahmen einer Pfarrversammlung am Dienstagabend, 24. Februar, im Pfarrheim St. Jakobus informiert wurde. "Es handelt sich um einen Entwurf mit vielen Bausteinen, der weiterhin bearbeitet werden muss und noch vage ist", wies der 1. Vorsitzende des Pfarreirates, Jürgen Reimer, darauf hin. Dieser stellte im Wechsel mit Pfarrer Stefan Mühl, Hubert Mathes, der zur Zeit ein mehrwöchiges Praktikum in der Pfarrei absolviert, Johannes Gütter und Michael Hammer, beide Mitglieder des Pfarreirates, einige Bausteine vor. Erkennbar sei jedoch schon heute, dass viel Eigeninitiative und Ehrenamtlichkeit mit mehr Eigenverantwortung erforderlich sein werden.

"10 Jahre nach der Gemeindepastoral 2015 sind massive Umbrüche in Kirche und Gesellschaft festzustellen", erläuterte Jürgen Reimer. Dies seien unter anderem Abbrüche im kirchlichen Leben, Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust, Klimawandel, sozio-ökonomische Entwicklungen und Migration, so dass es den Ruf nach einer strukturellen Kirchenreform gibt. Einer der Gründe zeigte er in einer Übersicht der Berufsgruppen in der Pfarreiseelsorge auf. Waren im Jahre 2024 im Bistum noch insgesamt 258 Personen in der Seelsorge tätig, werden es nach heutigem Stand im Jahre 2030 noch 198 und 2035 sogar nur noch 133 für das gesamte Bistum sein. Daraus resultierend wird es 2029, in dem die Strukturreform voraussichtlich in Kraft sein soll, für das derzeitige Dekanat Speyer insgesamt 21,27 Stellen geben, im Jahr 2035 nur noch 12,73 Stellen. Erkennbar sei auch die abnehmende Zahl der Katholiken im Dekant Speyer von 63.797 (2025), die für 2035 auf 46.889 prognostiziert wird.
Aus diesen Gründen sind unter anderem die 70 Pfarreien im Bistum in absehbarer Zukunft nicht mehr möglich. Hinzugezogen werden nun die bestehenden 10 Dekanate, aus denen 9 Pfarreien gebildet werden sollen. Jede Pfarrei erhält dann einen definierten Pfarrsitz. Die Festlegung erfolgt nach einem Kriterienkatalog, wie zum Beispiel die geographische Lage, Erreichbarkeit und die kirchliche Präsenz. Die neue Grundstruktur wird aus der Pfarrei (bisher Dekanatsgröße) und Gemeinden bestehen. Das neue Leitungsorgan wird ein Pfarreivorstand sein mit dem leitenden Pfarrer, einer Pfarreireferentin/Pfarreireferenten, einer Pfarramtsleitung und einer bzw. einem ehrenamtlich Engagierten. Dazu ist eine Pfarreikonferenz, ein Pfarreiausschuss und ein Verwaltungsrat vorgesehen. Dieser wird zum Aufsichtsorgan, da die Verantwortung für diese große Pfarrei nur noch schwer wahrnehmbar ist. Die operative Geschäftsführung mit Finanzen und Bau geht deshalb an den Pfarreivorstand.
Die Gemeinde ist dann die konkrete, lebendige Gestalt von Kirche vor Ort, welche die vier Grundvollzüge "Liturgie", "Gemeinschaft", "Caritas" und "Verkündigung" lebt. Die Leitung einer Gemeinde, ein geistlicher Dienst, wird gemeinschaftlich im Team von Ehrenamtlichen vor Ort wahrgenommen und von einer hauptamtlichen pastoralen Ansprechperson begleitet. Dabei können auch nichtkatholische Personen mitwirken, wenn sie Mitglied einer ACK-Kirche (Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen) sind. Auch die Ökumene soll eine stärkere Vernetzung erfahren, wie beispielsweise mit dem Bistum, der Landeskirche, der Gemeinden und Mitglieder der ACK-Kirche, um gemeinsame kreative Lösungen und Ideen zu erarbeiten.
Jede Pfarrei soll ein zentrales Pfarrbüro erhalten. Vorgesehen ist, dass die bisherigen Pfarrbüros als Anlaufstellen erhalten bleiben.
Der komplette und ausführliche Entwurf der Strukturreform mit weiteren Details und möglichen Gruppierungen ist auf der Bistumsseite und auf der Homepage der Pfarrei Heilige Edith Stein nachzulesen.
Außerdem findet am Donnerstag, 19. März, 19 Uhr, im Pfarrheim St. Jakobus ein Workshop statt, an dem für alle die Möglichkeit besteht, sich aktiv in die Rückmeldephase einzubringen und zu diskutieren. Danach werden die Anregungen und Bedenken im Dekanat eingereicht. Der Dekanatsrat wird dann an die Detailarbeit gehen (wobei auch von der Pfarrei auch einige Mitglieder vertreten sind). Anschließend wird in einer Diözesanversammlung darüber beraten. Die endgültige Strukturreform soll voraussichtlich im November 2026 erfolgen, bevor es an die Erarbeitung der Umsetzung gehen kann.
Jürgen Reimer ermunterte am Ende des knapp zweistündigen Informationsabends alle, dazu beizutragen und Interesse zu zeigen, damit eine gute Ausgestaltung ermöglicht werden kann. "Je mehr sich einbringen, desto mehr werden wir wahrgenommen", hob er hervor. Digitale Rückmeldemöglichkeiten für Einzelpersonen, Gruppen, Verbände sind möglich per Mail an: einsegensolltihrsein@bistumspeyer.de, einem digitalen Fragebogen über die Homepage des Bistums und ganz direkt persönlich beim Workshop am Donnerstag, 19. März.
Bericht: Inge Schade für das Schifferstadter Tagblatt

Alle Informationen zur Strukturreform im Bistum Speyer, d.h. den Entwurfstext, die Stellungnahmen, ergänzende Informationen, usw. finden Sie immer
- auf unserer Sonderseite zum Thema
- auf der Seite des Bistums
- oder natürlich gerne im direkten persönlichen Gespräch mit den Mitgliedern unserer Gremien und des Pastoralteams
Save the date! - Und jetzt schon vormerken!

Workshop der Pfarrei Hl. Edith Stein
zum Strukturprozess des Bistum Speyer
In einem separaten Workshop am Donnerstag, 19.03.2025, 19 Uhr, Pfarrheim St. Jakobus (Kirchenstr. 16), haben Sie dann alle auch die Möglichkeit, sich aktiv in die Rückmeldephase einzubringen.
Bitte beschäftigen Sie sich zuvor schon mit dem Text des Entwurfs. Beim Workshop wird dieser Entwurf nicht mehr vorgestellt, sondern es wird damit "gearbeitet".
Auch zu diesem Abend laden wir Sie herzlich ein und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!




