Eine echt starke Botschaft an Ostern

Gott ist die Perspektive des Lebens - die Auferstehung ist die fundamentale Botschaft des Glaubens

In festlich gestalteten Gottesdiensten gedachten die Pfarrei Heilige Edith Stein und die Protestantische Kirchengemeinde seit Gründonnerstag dem Leiden, Tod und der Auferstehung Jesus Christus. Diese Feierlichkeiten bilden als österliches Triduum den Höhepunkt eines Kirchenjahres, das in die Feier der Osternacht bzw. Auferstehungsfeier mündet.Zu Beginn fand jeweils eine Lichtfeier auf den Vorplätzen der Kirchen statt, in denen am gesegneten Osterfeuer die Osterkerze entzündet und in die Kirchen hineingetragen wurden.

St. Laurentius

"Wir warten auf Christus, unser Licht. Das Feuer ist das Zeichen, das uns an Christus erinnert und das Dunkel der Nacht vertreibt. Heute hat Christus durch seine Auferstehung diese Nacht zum Tag gemacht", betonte Pfarrer Albrecht Effler zu Beginn der Lichtfeier auf dem Vorplatz der St. Laurentiuskirche. Kleine Holzkreuze dienten als Zeichen des eigenen Leides und symbolisierten Dinge, mit denen man sich schwer tue. Auch die Kinder hatten beim Kinderkreuzweg dies mit den kleinen Kreuzen verbunden. Deshalb wurden sie im Osterfeuer verbrannt. "Das Leid hat nicht das letzte Wort, es geht auf im Osterfeuer. Was uns erlöst, ist das Kreuz, das Jesus für uns getragen hat bis durch den Tod", verdeutlichte er.

In seiner Predigt stellte er die Botschaft der Engel an die Frauen am Grab in den Mittelpunkt. Denn anstelle ihn in der Finsternis des Grabes, im Bereich des Todes, der Gottverlassenheit, suchen zu lassen, schickte er sie nach Galiläa, dort, wo er Heilsames gewirkt habe, um den Auferstandenen zu finden. Falsch sei, nicht unentwegt und wie erstarrt ins Negative zu schauen, auf das Vergängliche, auf Tod, Leid und Gewalt, sondern dorthin, wo Leben geschehe. Jesus sei nicht am Tod vorbei gegangen sondern hindurch, um den Tod zu entmachten. "Durch die Auferstehung können wir die Richtung ändern und brauchen uns nicht in die Enge treiben zu lassen, weil wir dadurch in die Perspektive des Lebens schauen", so der Pfarrer. Dazu brauche man nicht die Botschaft von ein paar hundert Ostermärschen, denn Menschen, die in den Ostertagen zu Gottesdiensten gingen, belegten dies. "Sucht den Lebenden nicht bei den Toten", habe der Engel damals zu den Frauen gesagt, der sie bat, dies zu verkünden. Im Johannesevangelium sei es sogar der Auferstandene selbst gewesen, der diesen Auftrag am Ostermorgen Maria von Magdala und anderen Frauen erteilt habe. Denn sie seien ihm nicht nur nach Jerusalem gefolgt sondern mit ihm gegangen bis zum Ort seines Sterbens, anwesend bei seinem Tod und seiner Grablegung. Sie hätten den Auftrag zur Verkündigung des Auferstandenen erhalten und ausgeführt mit dem Auftrag des Engels: Ändert eure Perspektive. "Dies gefiel den Aposteln gar nicht. Sie hielten die Botschaft von der Auferstehung für Geschwätz, ausgerechnet die fundamentale Botschaft des christlichen Glaubens, mit der das Christentum steht und fällt", meinte der Pfarrer.

Weiterführend zitierte er die Dominikanerin Sr. Raphaela Gasser: "Den 'Aposteln' des römisch-katholischen Kirchenrechts gefällt es immer noch nicht, dass Jesus, der Herr, Frauen mit der zentralen Botschaft des Christentums beauftragt hat. Wann werden sie an DEN Jesus glauben, der Frauen zum Predigen bevollmächtigt hat?". Das veranlasste den Pfarrer zur Wiederholung: "Was sucht Ihr den Lebenden bei den Toten? Ändert Eure Perspektive! Das lässt der Engel durch die Frauen verkünden – damals und heute."

St. Jakobus

In der Gemeinde St. Jakobus fand erstmals am Ostersonntag ab 6:00 Uhr eine Auferstehungsfeier mit anschließendem Osterfrühstück statt.
"Im Dunkel, das nur durch das Feuer erhellt ist, beginnen wir, und in der Helligkeit des Morgens wird der Gottesdienst enden. Wir feiern den Durchgang vom Dunkel zum Licht, von der Nacht in den Morgen, vom Tod zum Leben", so Pfarrer Stefan Mühl bei der Lichtfeier. Hier wurden am Osterfeuer Zettel verbrannt, auf denen man beim Abend der Versöhnung und beim Taizégebet am Karfreitag Sorgen, Bitten und Anliegen schreiben konnte. "Dies ist ein Ausdruck unserer Hoffnung, dass all das, worum wir bitten, wie der Rauch des Feuers emporsteigt und bei Gott ein offenes Ohr findet", merkte er an.

In einer Dialogpredigt zwischen Pfarrer Stefan Mühl und Hubert Mathes, derzeit Praktikant in der Pfarrei, ging es um den Schöpfungbericht (nach Genesis), der in der Lesung von einer mit Musik unterlegten Präsentation begleitet wurde, bei der viele verschiedene Bilder von der Schöpfung zu sehen waren. Angefangen vom Urknall vor 14 Milliarden Jahren, nach dem alles Schritt für Schritt weiter gegangen sei, standen die sieben (Schöpfungs)-Tage gegenüber. Allerdings käme die Frage auf, was vor dem Urknall gewesen sei, warum die Welt überhaupt existiere und wie das Leben entstanden sei. Dies alles bliebe im Dunkeln mit der Überzeugung, das Gott dies alles geschaffen habe, welcher der Ursprung von allem sei. Es widerspreche den Erkenntnissen der Wissenschaft aber nicht. Kein Naturwissenschaftler könne allerdings eine Aussage darüber machen, warum die Welt entstanden sei, warum es Menschen gäbe. Es könne mit wissenschaftlichen Mitteln nicht bewiesen werden, dass Gott hinter allem stehe – aber auch nicht das Gegenteil. Man könne es nur glauben. Deshalb werde auch der Schöpfungsbericht gelesen (der damals ein geschriebener Versuch der Menschen vor fast 3000 war, dass man glaubte, dass alles von Gott komme, dass Gott hinter allem stehe. Nicht das "So", sondern das "Dass" sei wichtig. Um wissenschaftliche Erklärungen gehe es da nicht), um zu zeigen, dass Gott nicht nur die Welt geschaffen habe, sondern auch da sei, wenn alles aus zu sein scheine. Denn sein Tod sei nicht das Ende gewesen, da Gott Jesus nicht im Stich gelassen habe, sondern ihn auferstehen ließ. Das sei eine echt starke Botschaft.

Leider bleibe die Sorge für die Schöpfung oftmals auf der Strecke, verdrängt durch Alltagssorgen. Doch die Bewahrung der Schöpfung in ihrer ganzen Pracht und Schönheit sei aller Anstrengung wert. Hilfreich zur Seite stehe einer, dem die Schöpfung auch ein Herzensanliegen sei, denn er habe sie schließlich gemacht. Er wolle nicht den Tod, das Ende, die Zerstörung, denn Gott liebe die Schöpfung und alles, was dazu gehöre. Für alle sei Jesus und die Welt gekommen und auferstanden. "Deshalb lasst uns Ostern feiern, das Fest des Lebens, das stärker ist als der Tod, das Fest der Schöpfung, des neu erwachenden Lebens, das uns ermutigt, mit Herz und Verstand und all unseren Kräften für die Schöpfung einzutreten", so der Schlussappell von Pfarrer Stefan Mühl.

Im Anschluss an die Auferstehungsfeier lud der Gemeindeausschuss St. Jakobus alle Mitfeiernden zu einem großen und leckeren Frühstücksbuffet ins Pfarrheim ein. Dieser Einladung folgten schließlich ca. 120 Mitglieder der Gemeinden.

Protestantische Kirchengemeinde

Die Protestantische Kirchengemeinde feierte am Sonntagmorgen um 6 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche einen Auferstehungsgottesdienst mit Pfarrerin Jennifer Hoppstädter und hatte danach zum Osterfrühstück ins Evangelische Gemeindezentrum eingeladen.

"Mit Ostern hat Christus den größten Sieg erzielt, den wir uns vorstellen können: Er hat den Tod überwunden," freute sich die Pfarrerin. "Denn nachdem wir an Karfreitag das tiefste Dunkel durchleiden mussten, leuchtet endlich wieder das Osterlicht", fügte sie hinzu. Ostern sei die Hoffnung, dass alles wieder besser werden könne. Dies sei eine tiefe Sehnsucht, die aktuell alle verbinde, denn in der Welt gäbe es so vieles, das wieder besser werden müsse. Ihrer Predigt legte sie den Brief des Apostels Paulus an die Korinther (15,19-28) zugrunde, der das zentrale Kapitel des Neuen Testaments zur Auferstehungshoffnung ist. (Paulus verteidigt darin die leibliche Auferstehung Jesu und der Toten als Fundament des Glaubens gegen Zweifel. Er betont, dass ohne Auferstehung der christliche Glaube nichtig wäre, und entfaltet die Hoffnung auf einen neuen, verwandelten Leib sowie den endgültigen Sieg über den Tod.

Hier lese man seine Begeisterung über all das, was man dank des Ostereignisses hoffen dürfe, aber auch eine kleine Einschränkung. Denn alle würden in Christus lebendig gemacht werden, jedoch in einer bestimmten Ordnung. So sei mit Ostern allein noch nicht alles getan. Denn erst, wenn Herrschaft, Macht und Gewalt vernichtet seien, habe Christus seine Aufgabe vollständig erfüllt. "Unsere Welt, wie sie gerade ist, ist mit Sicherheit keine, bei der man das Gefühl hat, sie würde den Vorstellungen eines gnädigen Gottes entsprechen", meinte sie. Leider begegne man viel zu vielen mächtigen Männern, die meinen, ihre Führung sei die Lösung für die Welt, Kriege, die geführt würden unter fragwürdigen Gründen und am Ende mehr Leid und Angst verursachten, als sie zu lindern. Doch der wahre Feind sei laut Paulus ein anderer, der vernichtet werde, nämlich der Tod, der die Menschen voneinander trenne. Er sei die Grenze, die keiner alleine überwinden könne, die Trennung zwischen Gott und den Menschen als Strafe für die Sünden. Überwinde Christus an Ostern nun den Tod, löse er diese Trennung auf und schaffe eine neue Beziehung. Damit werde deutlich, dass die Feinde, die es zu bekämpfen gelte, nicht die Menschen um einen herum seien, sondern all die Dinge, die von Gott oder den Mitmenschen entfernen würden. Seien es Hass, Wut, Egoismus, Gier, die Menschen spalten und dafür sorgen würden, dass die anderen zu Feinden gemacht würden. "Deshalb ist es notwendig, dass wir für eine bessere Welt in den Kampf ziehen für all die Dinge, die uns untereinander zu Feinden machen wollen", so die Überzeugung der Pfarrerin. Gott habe sein Leben für die ganze Welt hingegeben, auch wenn sie nicht perfekt sei, weil er die Liebe sei, die über alle Grenzen hinweg verbinden wolle. "Nichts und niemand kann uns von ihm und seiner Liebe trennen. Lassen Sie uns diese Botschaft also mitnehmen, auch über das Osterfest hinaus, um unseren Teil dazu beizutragen, damit die Welt so werden kann, wie Gott sie sich wünscht", so ihre Bitte.

Bericht: Inge Schade für das Schifferstadter Tagblatt

Osterkerzen unserer drei Gemeinden

Mit viel Herzblut, mit viel Phantasie, mit viel Zeit und vor allem mit großer Überzeugung und verwurzeltem Glauben haben sie sich wieder in unseren Gemeinden eingebracht! Begeisterte Mitglieder unserer Gemeinden.
Herausgekommen sind tolle Kunstwerke - die diesjährigen Osterkerzen! In den Ostergottesdiensten spielt die Osterkerze eine entscheidende Rolle: Feierlich wird sie nach der Segnung des Osterfeuers an diesem entzündet. Danach trägt der Priester die Osterkerze in einer Prozession als einzige Lichtquelle in die dunkle Kirche. Beim feierlichen Einzug erfolgt der dreimalige Ruf "Lumen Christi", "Licht Christi", auf den die Gemeinde mit "Deo Gratias", "Dank sei Gott", antwortet. Währenddessen wird das Feuer der Osterkerze an alle Gläubigen weitergegeben, damit die Dunkelheit durch deren Kerzen erhellt wird.

Wir laden Sie herzlich ein, die Kerzen in unseren Kirchen aus der Nähe zu betrachten und auf sich wirken zu lassen.

Osterkerze
St. Laurentius

Osterkerze
Herz Jesu

Osterkerze
St. Jakobus

Ein großes und herzliches Dankeschön allen, die sich wieder für die tollen Osterkerzen engagierten!

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